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Stellungnahme von Gelsensport e. V. zu den aktuellen Diskussionen um die Situation auf der Sportanlage Lüttinghoff

Der Vorsitzende der Fußball Abteilung des SC Hassel versucht seit langer Zeit mit hohem Engagement für die Sportanlage „Lüttinghof“ ein großes Kunstrasenspielfeld durchzusetzen – dies ist legitim und unterscheidet sich nicht von dem Anspruch, den viele andere Vereine in Gelsenkirchen auch vertreten. Auch der Hinweis auf fehlende finanzielle Rahmenbedingungen hält ihn  nicht von seinen Forderungen ab. Mittlerweile werden aber die Mittel und Wege mehr als fragwürdig und deshalb sieht Gelsensport sich veranlasst, einige Anmerkungen zur aktuellen Diskussion zu machen:
 

  1. Die Mitglieder des Ausschusses für Sport und Gesundheit der letzten Wahlperiode und auch die des neuen Ausschusses für Sportentwicklung und Prävention haben keinen politischen Auftrag erteilt, weitere Großspielfelder mit Kunstrasen zu bauen; dies basiert auf einer Verabredung aus der letzten Wahlperiode. Erst nach einer neuen politischen Beschlussfassung hätte Gelsensport überhaupt die Legitimität weitere Großspielfelder zu planen und den Bau zu beauftragen. Eine solche politische Initiative ist uns nicht bekannt; unabhängig von der Frage nach der möglichen Finanzierbarkeit.
     
  2. Nach langen und kontroversen Diskussionen über den Bau weiterer Kleinspielfelder vor oder nach der Vorlage eines beauftragten Sportentwicklungsplanes, wurden sowohl im Ausschuss für Sportentwicklung als auch in der zuständigen Bezirksvertretung Nord politische Beschlüsse gefasst, ein weiteres Kleinspielfeld zu bauen (gleiches gilt analog auch für die anderen Bezirksvertretungen). Diese Entscheidung wurde übrigens vom Vorstand des Fußballkreises klar und deutlich mitgetragen.
     
  3. Da es notwendig ist, bei konkurrierenden Ansprüchen der Vereine, auch innerhalb der fünf  Bezirke, eine Grundlage für die politische Entscheidung zu schaffen, hat Gelsensport eine Matrix entwickelt. Bisher wurde diese zum einen von der Politik ausdrücklich begrüßt und nicht in Frage gestellt und im letzten Lenkungskreis zur Sportentwicklungsplanung von der Deutschen Sporthochschule Köln ausdrücklich als richtungsweisend bezeichnet.
     
  4. Grundlegend ist an dieser Stelle noch einmal nachdrücklich zu betonen, dass es deshalb auch nicht um die qualitative Verbesserung vorhandener Spielflächen geht –was ja die Spielflächen auch nicht erweitert- sondern um die Schaffung zusätzlicher Möglichkeiten für den Spiel- und Trainingsbetrieb für die Jugendabteilungen. Wenn realisierbar soll dies bis zur F-Jugend umgesetzt werden – dies war und ist aber keine entscheidende Vorbedingung. Die auf dem Gelände der Sportanlage Lüttinghof ausgewählte Spielfläche ist dort die Einzige, die in Frage kommt. Die immer wieder ins Spiel gebrachte Trainingswiese ist erheblich kleiner als die jetzt ausgewählte Fläche und völlig indiskutabel. Selbst die jetzt realisierte Fläche ist für den Spielbetrieb der F-Jugend nicht ganz ausreichend. Deshalb haben wir mit dem FLVW und dem Fußballkreis Gelsenkirchen gesprochen mit dem Ergebnis, dass  der FLVW in Kamen und der Fußballkreis Gelsenkirchen übereinstimmend im Interesse der Jugendlichen akzeptieren, auch auf diesem Kleinfeld Meisterschaftsspiele bis zur F-Jugend stattfinden zu lassen. Insofern ist die ursprüngliche Zielsetzung auch im sportlichen Bereich erreicht worden.
     
  5. Die vom SC Hassel behaupteten finanziellen Größenordnungen sind falsch. Bisher wurden nicht 320.000 € verbaut und es müssen darüber hinaus auch keine weiteren Mittel für den Ballfangzaun aufgebracht werden. Die Investitionen für das Kleinspielfeld einschließlich des Ballfangzauns werden einen Nettobetrag von 130.000 € nicht übersteigen. Wir fordern den SC Hassel auf, seine anderslautenden Behauptungen zu belegen.
     
  6. Ein „Projektentwurf“ über den Umbau eines Aschespielfeldes in einen großen Kunstrasen-Platz hat der SC Hassel nicht vorgelegt. Dies wäre aber auch gar nicht notwendig gewesen; denn Gelsensport hat in Kooperation mit der Stadt bereits fünf Spielfelder realisiert. Die hierfür aufgewendeten Kosten lagen immer bei rd. 550.000,00 € pro Spielfeld. Darüber hinaus steht dies wegen der fehlenden politischen Beschlusslage auch nicht auf der Tagesordnung. Die im Hintergrund immer wieder behauptete Unterstützung durch Sponsoren, wurde bei Gelsensport nie ernsthaft und belastbar vorgetragen. Wir fordern den SC Hassel trotzdem auf, zu belegen, dass es einen bei Gelsensport eingereichten finanzierbaren Projektentwurf gibt.
     
  7. Es gibt keine Verträge zwischen Gelsensport und Dritten, die die Verlagerung des gesamten Vereins YEG Hassel an die Baulandstrasse regeln. 2006 und auch darüber hinaus hat es vielfältige Handlungsoptionen gegeben und die real existierende Regelung ist im Grundsatz die vom damaligen Sportausschuss unterstützte. Auch hier war der Fussballkreis beteiligt. Im Zuge der Umbaumaßnahmen in der Glückauf-Kampfbahn für die Fußball WM 2006 wurden zukunftsorientierte Belegungsabsichten definiert und ein Beschluss des damaligen Sportausschusses (Drucksache 04-09/2272) sah auch vor, YEG Hassel an die Baulandstrasse zu verlagern. Der ging davon aus, dass die U19 und die U23  des FC Schalke 04 kurzfristig dort nicht mehr spielen; dieser Wechsel erfolgte aber dann erst  zur Saison 2012/2013 zur Gesamtschule Ückendorf. Gelsensport hat nie behauptet, dass dies optimal war und ist, sondern ein nach unzähligen Diskussionen zustande gekommener Kompromiss. Dieser hat trotz immer wieder aufkommender Probleme bis heute Bestand.
     
  8. Für die Linde wurde ordnungsgemäß eine Fällgenehmigung erteilt und für die Bäume an der Trainingswiese wäre diese – nach Rücksprache- nicht erteilt worden. Auf Grund der völlig unzureichenden Ausmaße dieser Fläche war das auch keine Option.
     

Durch die neue sportliche Situation gibt es natürlich Herausforderungen und Gelsensport ist in Zusammenarbeit mit dem Fussballkreis bemüht,  den Trainings- und Spielbetrieb für die ersten Mannschaften zu regeln. Auch hier bedarf es großer Kompromisse, denn die Rahmenbedingungen sind bekannt. Gelsensport e. V. ist immer bereit – auch mit den politischen Parteien kontrovers und konstruktiv nach Lösungen für den Sport in der Stadt zu suchen. Wir fragen uns allerdings, was es für ein Verfahren ist, die vom SC Hassel behaupteten Unterstellungen zu übernehmen (zuletzt die CDU) ohne auch nur den Versuch zu unternehmen, dies bei Gelsensport zu hinterfragen.

 

Jürgen Deimel (Präsident Gelsensport e. V.)
Dr. Günter Pruin (Geschäftsführer Gelsensport e. V.)