Zur Navigation Zum Inhalt

KONTAKT  |  LINKS  |  ARCHIV  |  IMPRESSUM
 

Round-Table-Gespräch in Essen war keine Krisensitzung aller Bünde in NRW

Gestern fand in Essen ein sogenanntes „Round-Table-Gespräch“ statt, bei dem es um den Austausch zwischen Vertretern verschiedener Kommunen über die Flüchtlingssituation in den jeweiligen Kommunen gehen sollte. Irrtümlicherweise wurde dieses Treffen, an dem Vertreter aus dem Kreis Ennepetal, den Städten Dortmund, Duisburg und Gelsenkirchen, sowie der Präsident des Landessportbunds Nordrhein-Westfalens teilnahmen, durch verschiedene Medien als eine Art „Gipfel-“ oder „Krisentreffen“ aller Bünde aus Nordrhein-Westfalen dargestellt.

Ausgangssituation und gleichsam Motivation für diese Veranstaltung war jedoch die, dass die Vertreter_innen der Sportbünde auf Einladung der LSB-Zeitschrift „Wir im Sport“ zusammenkamen, um sich bzgl. des Themas miteinander und mit dem LSB-Präsidenten auszutauschen und von Ihren Erfahrungen berichten zu können.
Diese Veranstaltung sollte ursprünglich „lediglich“ als Auftakt für eine Reihe von Artikeln in o.g. Zeitschrift fungieren, im Zuge derer, in ihrer Gänze die Thematik „Flüchtlinge“ in Anbetracht der jeweils unterschiedlichen, regionalen Situationen und Voraussetzungen bearbeitet werden sollte.
Ungeachtet der anderslautenden Presse- und Medienberichten fand das Treffen schlussendlich auch unter genau diesen Voraussetzungen statt.

Festzustellen bleibt für uns von Gelsensport – als Vertreterin unsererseits war übrigens unsere stellv. Geschäftsführerin Tanja Eigenrauch vor Ort – dass es seitens der Vereine durchweg eine hohe Bereitschaft gibt, sich im Bereich der Flüchtlingshilfe zu engagieren – die gilt für alle Städte, aus denen Vertreter der Bünde anwesend waren.
Allerorts finden bereits viele Angebote speziell für Flüchtlinge,mitunter auch direkt in den Gemeinschaftsunterkünften und Erstaufnahmestellen, statt. Diese Angebote richten sich sowohl an Kinder, als auch an Jugendliche und Erwachsene.
Darüber hinaus gab und gibt es vielerorts Sammlungen von Sportbekleidung; in Duisburg ging die Hilfsbereitschaft sogar so weit, dass ein Verein anbot, sein Vereinsheim als Flüchtlingsunterkunft zur Verfügung zu stellen.

Selbstverständlich war gestern aber auch, wie könnte es anders sein, wenn man sich die Lage in den Kommunen in NRW momentan anschaut, die Hallensituation Thema.
Hier vor Ort, in Gelsenkirchen, stehen wir von Gelsensport natürlich, wie wir in der Vergangenheit auch schon mehrmals deutlich gemacht haben, in direktem und unmittelbaren Kontakt zu den Vereinen, und sind sehr darum bemüht, diesen alternative Trainingsmöglichkeiten zu bieten. Bis zum jetzigen Zeitpunkt haben wir es, in Kooperation mit den Gelsenkirchener Sportvereinen - und nicht zuletzt Dank deren Flexibilität - trotz der immensen aktuellen Herausforderungen geschafft, weitestgehend Ausweichmöglichkeiten für die Vereine zu finden - auch wenn dies leider nicht bedeutet, dass das Vereinstraining nach wie vor in wirklich vollem Umfang stattfinden kann.
So wurde, ausgehend von dieser Situation, auch gestern noch einmal explizit darauf hingewiesen, dass es natürlich ab einem gewissen Zeitpunkt, sollten noch mehr Hallen zu Unterkünften umfunktioniert werden, problematisch werden wird, immer weitere Alternativen zu finden. 
In unserer Funktion als Dachverband der Gelsenkirchener Sportvereine jedoch sind wir auch in diesem Zusammenhang bemüht, in zahlreichen Gesprächen mit den Verantwortlichen der Stadt Gelsenkirchen, die Belegung weiterer Hallen möglichst einzuschränken. 
Denn, von Problemen bei der Belegung weiterer Hallen einmal abgesehen, sind Turnhallen sicher nicht die beste Unterbringungsmöglichkeit für Menschen – auf lange Sicht.

Um genau diese, langfristige Perspektive, ging es gestern denn auch noch, zumindest in Ansätzen. Die Unterbringung in Turnhallen ist ja, wie bekannt sein dürfte, eher als kurzfristige Übergangslösung gedacht. Letzten Endes sollte, so der Tenor, und im Übrigen auch unsere  Auffassung, die dezentrale Unterbringung Priorität haben.
Nur muss man ehrlicherweise sagen, dass die Entwicklung im Bezug auf die momentane Lage, noch nicht wirklich abzusehen ist. Wer darf bleiben? Wer muss wieder gehen?
Fakt ist jedoch, dass die wirkliche Integrationsarbeit dort beginnt, wo Menschen langfristig bleiben werden.
Im Bezug auf diesen Punkt herrschte Einigkeit dahingehend, dass gerade hier Strukturförderung immens wichtig, und Netzwerkarbeit grundlegend für Kapazitäten-und Synergienbündelung ist.

Ziel kann es, auch bei uns in Gelsenkirchen, nur sein, als Stadtgemeinschaft die Herausforderung, vor die uns die momentane Situation ohne Frage stellt, gemeinsam zu bewältigen. Dazu werden in Zukunft, neben allem Anderen, sicher auch zusätzliche personelle Kapazitäten benötigt werden.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass die Vereine natürlich auf Ihre Situation aufmerksam machen und evtl. Probleme nicht unter den Tisch fallen lassen möchten, sich gleichzeitig aber darin einig sind, dass momentan ganz akut Hilfestellung geleistet werden muss – und, was vielleicht noch wichtiger ist – man die Situation gemeinsam meistern wird.

 

Ein umfangreicherer Bericht ist in der nächsen „Wir im Sport“ zu erwarten. Auch darüber werden wir entsprechend informieren.